Kurznachrichten aus Deutschland und der Welt von Carolina Azevedo  

Kurznachrichten aus Deutschland und der Welt von Carolina Azevedo  


Seehofer gegen ein freies Europa ohne Grenzen: "Das Ende der Willkommenskultur ist notariell besiegelt". Tore schießen für Deutschland ja, leben in Deutschland nein, das findet zumindest AFD Vize Gauland. Selbst ernannte Bürgerwehr geht auf kranken Flüchtling los. Nach Flüchtlingen und Muslimen: AFD-Landtagsabgeordneter hetzt gegen Schwule. Respekt sieht anders aus: Muslimische Schüler wollen Lehrerin nicht die Hand geben. Österreich: Die Vernunft hat gesiegt: Der ehemalige Grünen-Chef Alexander van der Bellen wird mit hauchdünner Mehrheit neuer österreichischer Bundespräsident. Saudi-Arabien will doch keine Leopard-Panzer aus Deutschland.Das sind die Themen der 12. Sendung von Channel Welcome

 

 

Kurznachrichten aus Deutschland und der Welt - Mai 2016
 
Seehofer gegen ein freies Europa ohne Grenzen
"Das Ende der Willkommenskultur ist notariell besiegelt" sagte der Bayerische Ministerpräsident Seehofer gegenüber der Süddeutschen Zeitung.
Die Grenze zwischen Österreich und Deutschland wird auf Drängen der CSU weiter kontrolliert. Die Grenzposten würden zudem dauerhaft mit 850 zusätzlichen Stellen verstärkt.
Im Gegenzug verzichtet Bayern auf die angedrohte Verfassungsklage wegen der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung.
 
Tore schießen für Deutschland ja, leben in Deutschland nein
«Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben» sagte der stellvertretende Afd-Vorsitzende Gauland der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» und löste damit
eine Welle der Entrüstung und Solidarität in Deutschland aus. Fußballfans hatten im Stadion Transparente gezeigt mit der Aufschrift „Jerome sei unser Nachbar“.
Solche Äußerungen können also auch Positives bewirken: Menschen rücken stärker zusammen und beziehen Stellung.
Wir von CW hätten jedenfalls lieber Jerome Boatang und Co als Nachbarn als Gaulands. Und wir meinn, so denkt auch die Mehrheit der Menschen in diesem Land.
 
Sachsen
Selbst ernannte Bürgerwehr geht auf kranken Flüchtling los

In einem Supermarkt im sächsischen Arnsdorf sind mindestens drei Personen, die offenbar einer Bürgerwehr angehören, auf einen 21 jährigen Asylbewerber losgegangen, schlugen ihn zerrten ihn aus dem Markt und fesselten ihn anschließend an einen Baum.
Als die Polizei eintraf, fanden sie den jungen Mann mit Kabelbindern an einen Baum auf dem Parkplatz des Supermarkts gefesselt. Die Männer von der mutmaßlichen Bürgerwehr gaben an, sie hätten den Iraker an der Flucht hindern wollen. Die Polizisten forderten die Männer auf zu gehen - ohne ihre Personalien aufzunehmen. Später erklärte die Polizei, dass es keinen Diebstahl gab und der Mann niemanden verletzt oder etwas beschädigt habe. Das Video endet mit den Worten einer Frau im Geschäft, die sagt: "Ist schon schade, dass man ne Bürgerwehr braucht."
 
Nach Flüchtlingen und Muslimen. AFD-Landtagsabgeorneter hetzt gegen Schwule
Es ging um die Frage weiterer sicherer Herkunftsstaaten, ob künftig auch die Asylanträge von Menschen aus Algerien, Marokko sowie Tunesien standardmäßig abgelehnt werden sollen, wie es der Bundestag bereits beschlossen hat.
Im sachsen-anhaltischen Landtags kritisierte die Die Linken-Abgeordnete Henriette Quade, dass die drei Maghreb-Staaten keineswegs sicher seien, insbesondere nicht für Homosexuelle:
Für sie sei die Sicherheitslage mehr als prekär, Homosexualität sei "verboten und in höchstem Maße tabuisiert". Und weiter: "Wer Homosexualität offen auslebe, dem drohe Gefängnisstrafe."
Nach dem letzten Satz verzeichnet das vorläufige Protokoll einen Zwischenruf des AfD-Abgeordneten Andreas Gehlmann:
"Das sollten wir in Deutschland auch machen!"
Später dementiert Gehlmann. Der Ausspruch habe sich nicht auf die Gefängnisstrafen bezogen, sondern darauf, „dass tabuisiert sein soll, wer Homosexualität offen auslebt“. „Zu dieser Aussage stehe er auch uneingeschränkt, da er Sittenverfall und sogar allgemein offen ausgelebte Sexualität scharf ablehnt“.
Auch nicht besser.
 
Respekt sieht anders aus
Muslimische Schüler wollen Lehrerin nicht die Hand geben

Zwei 14 und 15 Jahre alte Brüder aus Syrien, die in der Nähe von Basel die Schule besuchen, weigern sich hartnäckig, den Vorgaben der Schulbehörde nachzukommen und ihrer Lehrerin die Hand zu geben. Nun könnte der Fall vor Gericht kommen. Die zwei Brüder hatten ihre Weigerung damit begründet, dass sie dem weiblichen Geschlecht Respekt zollen wollen. "Niemand kann uns zwingen, Hände zu berühren", sagten sie im April der "Sonntagszeitung". Sie wollten lediglich ihren Glauben leben. Wir von CW können die Argumentation der beiden in diesem Fall nicht nachvollziehen, da die Lehrerinnen ja von sich aus den Handschlag zur Begrüßung ausdrücklich wünschen. Ob hier nicht doch eine versteckte Diskriminierung von Frauen dahintersteckt?
Es gab im Mai aber auch gute Nachrichten:
 
Österreich
Die Vernunft hat gesiegt

Der ehemalige Grünen-Chef Alexander van der Bellen wird mit hauchdünner Mehrheit neuer österreichischer Bundespräsident und setzte sich damit gegen den Rechtspopulisten Norbert Hofer durch. Mehr als 72% der Österreicher gingen wählen. Zum wiederholten Mal konnte ein gewaltiger Rechtsruck und eine Isolation Österreichs abgewendet werden.
Herzlichen Glückwunsch, Österreich!
 
Waffengeschäfte
Saudi-Arabien will doch keine Leopard-Panzer aus Deutschland

Saudi-Arabien hat offenbar kein Interesse mehr an einem Großeinkauf von Leopard-Kampfpanzern. Der saudische Botschafter in Berlin kritisierte, die Debatte über Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien werde in Deutschland für interne politische Auseinandersetzungen missbraucht. Sofern dies nicht aufhöre, werde sein Land "zukünftig sehr zurückhaltend sein, was weitere Waffengeschäfte mit Deutschland angeht".
Deutschland wird das verkraften.
 
Bad Segeberg
Keiner kommt zur Demo gegen Asylmissbrauch

Zur geplanten Demo „Asylmissbrauch stoppen - Nein zur Politik Merkel" im schleswig-holsteinischen Bad Segeberg war nur der Anmelder der Demo erschienen, teilte die Polizei mit. Damit seien die versammlungsrechtlichen Anforderungen nicht erfüllt gewesen. Diese schreiben eine Mindestanzahl von drei Personen vor. Die 50 Gegendemonstranten der Jungsozialisten überzeugten sich kurz davon, dass die Demonstration nicht stattfindet, und verschwanden wieder. Die Polizei war mit 170 Beamten im Einsatz.

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