Unser Mädchen Lisa – Kommentar zu Sergej Lawrow und Co. (mit russischen Untertiteln)

Unser Mädchen Lisa – Kommentar zu Sergej Lawrow und Co. (mit russischen Untertiteln)

Der russische Außenminister Lawrow sorgte sich schon seit längerer Zeit um die Menschenrechte in Deutschland. Und jetzt das: Ein russische Mädchen in Berlin vergewaltigt von einer Gruppe junger arabischer Männer. "Unser Mädchen Lisa" nannte er besorgt das Opfer. Doch alles war nur Propaganda. Höchste Zeit, einige Dinge klar zu stellen. Und das macht eine junge Frau, die sehr genau weiß wovon sie spricht. Denn sie kam selber als 7-jähriges Mädchen aus Kasachstan nach Deutschland.

 

 

Liebe Landsleute,
 
Ich habe die große Ehre zu Ihnen und zu euch zu sprechen als eine Stimme aus dem eigenen Kreis. Ich bin selbst Russlanddeutsche aus Kasachstan und ab dem 7. Lebensjahr in Deutschland aufgewachsen. Ich bin Sängerin und Künstlerin im Hauptberuf. Außerdem engagiere ich mich als Kulturbotschafterin im Bundesvorstand der Jugendorganisation der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland. ich angekommen? Au ja und wie! Und Leute, ich sehe, wie viel Macht in unserer eigenen Hand liegt und wir haben die Energie etwas zu bewegen. Pomogi mne, Wohin nur mit all dieserrrrrr Leidenschaft?*
Ihr wisst, was in den letzten Wochen los war. Der Fall Lisa hat sich als eine propagandistische Aktion herausgestellt:
Man hat vorschnell Menschen verurteilt, ohne zu wissen was wirklich passiert ist, man hat blind Politikern und Medien geglaubt, die wahrlich nichts am Hut haben mit unseren europäischen Werten und unserer Demokratie.
Wir selbst sind in unsere historische Heimat zurück gekehrt. Für viele von uns war es nicht leicht und wir fühlten uns oft genug fremd. Viel zu lange sind einige nur unter Ihresgleichen geblieben, viel zu oft vor dem russischen Fernsehprogramm gesessen, haben nur in russischen Supermärkten eingekauft, die Älteren haben oft die deutsche Sprache nie richtig gelernt.*
Es ist ein gutes Zeichen, wenn wir uns engagieren.
Auf der einen Seite natürlich positiv, dass viele für ein Leben ohne Angst demonstrieren, für christliche Werte und gegen Gewalt an Kindern.
Aber lassen wir uns nicht instrumentalisieren. Wenn wir für die Gleichheit demonstrieren, frage ich mich auch, sind viele nicht schon früher auf die Straße gegangen, bei Dingen, die viel klarer und eklatanter auf der Hand lagen, weil sie gegen Menschenrechte und Gerechtigkeit verstoßen. Z.B. wenn Menschen, die nicht der gleichen Ansicht wie die regierende Partei waren, eingesperrt werden oder Menschen allein wegen ihrer sexuellen Orientierung verfolgt und diskriminiert werden.
Deutschland ist bunt und auch wir haben dazu beigetragen.
Wir können echte Brückenbauer sein. Wir haben so viele Stärken, mit denen wir selbst aktiv werden können. Zum Beispiel bei der Vermittlung zwischen Ost und West, unsere Herzlichkeit macht Deutschland wärmer, wir fühlen uns außerdem in mehreren Kulturen zu Hause und das ist ein echter Reichtum.
Und gerade deshalb nochmal die Erinnerung an den Artikel 1 in unserem Grundgesetz:
Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Es darf also niemand wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen oder wegen seiner Behinderung benachteiligt oder bevorzugt werden.
 
Lasst uns unsere Leidenschaft in eine gute Richtung lenken: ein Miteinander der Kulturen!
Shesliwa! Alles Gute!

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