Kurznachrichten aus Deutschland von Carolina Azevedo Januar 2016

Kurznachrichten aus Deutschland von Carolina Azevedo Januar 2016

Polizeipräsident warnt vor Pogromstimmung -
Rücktritt von Merkel gefordert -
"Vollends verirrt" -
Erst zehn Prozent bei uns angekommen -
Gewalt gegen Christen nimmt weltweit zu -
Soziale Ungleichheit -
Deutschlands Mittelständler hoffen auf die Flüchtlinge -

Das sind die Themen der Kurznachrichten

 

 

Kurznachrichten aus Deutschland - Januar 2016
 
Angriffe auf Flüchtlinge in Sachsen:
Polizeipräsident warnt vor Pogromstimmung
In Sachsen haben Unbekannte erneut binnen kurzer Zeit vier Flüchtlingsunterkünfte angegriffen.
Zu den Fällen sagte Leipzigs Polizeipräsident Merbitz er mache sich "große Sorgen". Man steuere "auf eine Situation zu, in der gewaltbereite Stimmungsmacher die Angst der Menschen bewusst nutzen, um Hysterie gegen die Asylpolitik zu schüren und Gewalt gegen die Flüchtlinge zu rechtfertigen".
In ganz Sachsen herrsche "eine Pogromstimmung, die eine kreuzgefährliche Intensität bekommt".
 
Rücktritt von Merkel gefordert
Der Augsburger Landrat Martin Sailer (CSU) fordert den Rücktritt von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Er stört sich an der Flüchtlingspolitik der Kanzlerin, sagte er in einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen Zeitung.
Es müssten Maßnahmen überlegt werden, wie der Druck auf die Kanzlerin erhöht werden könne, um einen neuen Kurs einzuschlagen. Wenn sie dazu nicht bereit sei, müsse es ohne sie gehen.
Weiter sprach der davon, dass der Anteil der Analphabeten unter den Flüchtlingen steigen würde und sich nur 10-15% in den Arbeitsmarkt integrieren ließen.
 
"Vollends verirrt"
Mit dem Vorschlag, die Polizei müsse an der Grenze notfalls auf Flüchtlinge schießen, hat AfD-Chefin Frauke Petry Entrüstung ausgelöst.
SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann nannte Petry schlicht "politisch vollends verirrt".
Auch die Gewerkschaft der Polizei distanziert sich entschieden und machte klar: Wer ein solches radikales Vorgehen vorschlage, wolle offenbar den Rechtsstaat aushebeln und die Polizei instrumentalisieren.
 
Erst zehn Prozent bei uns angekommen
Entwicklungsminister Gerd Müller sieht noch größere Flüchtlingsströme auf Deutschland und Europa zukommen. Acht bis zehn Millionen Menschen seien noch unterwegs.
Anders als sein Parteivorsitzender Horst Seehofer nannte Müller keine Obergrenze für die Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland. «Wir haben unseren Wohlstand auf dem Rücken der Entwicklungsländer aufgebaut. Das wird nicht mehr lange gut gehen. Die Menschen werden uns nicht fragen, ob sie kommen können.»
 
Gewalt gegen Christen nimmt weltweit zu
Immer häufiger werden Christen weltweit Opfer von gewaltsamen Übergriffen. Die Ausbreitung des "Islamischen Staats" ist ein Grund - es gibt aber auch paranoide Diktatoren, die Christen als "Agenten des Westens" bekämpfen. Laut Weltverfolgungsindex
wurden im Jahr 2015 7.100 Christen wegen ihres Glaubens ermordet. Nordkorea, führt die Liste der christenfeindlichsten Länder der Welt seit 14 Jahren an. Danach folgen der Irak und Eritrea.
 
Soziale Ungleichheit
Wie dramatisch die soziale Ungleichheit weltweit immer weiter zunimmt, zeigt eine Zahl der Organisation Oxfam: Die 62 reichsten Menschen besitzen so viel wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Als Grund für die Entwicklung führte Oxfam die unzureichende Besteuerung von großen Vermögen und Kapitalgewinnen sowie die Verschiebung von Gewinnen in Steueroasen an.
Die Kluft zwischen Arm und Reich wächst auch in Deutschland. Laut der jüngsten Stichprobe des Bundessozialministeriums konzentriert sich mehr als die Hälfte des gesamten Vermögens auf zehn Prozent der Haushalte.
 
Fachkräftemangel:
Deutschlands Mittelständler hoffen auf die Flüchtlinge
Deutschlands Mittelstand kann mehr als 300.000 Arbeitsplätze nicht besetzen, gleichzeitig suchen zunehmend Flüchtlinge nach Jobs. Nach einem Bericht in Spiegel Online glauben jedoch Experten, dass der Mittelstand zumindest kurzfristig keine große Bedeutung für die Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt spielen wird: Es fehlt zumeist noch an Sprach- und Fachkenntnissen - bis diese ausreichen, dürfte es drei bis vier Jahre dauern. Die Hauptleistung beim Einstieg von Flüchtlingen auf den Arbeitsmarkt könnte über Kleinstbetriebe erfolgen.

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