Kurznachrichten aus Deutschland von Carolina Azevedo, Juli 2015

Kurznachrichten aus Deutschland von Carolina Azevedo, Juli 2015


Immer mehr dumpfer Hass vergiftet das Internet; Zahl der Angriffe auf Asylbewerberheime massiv gestiegen; Ausländer entlasten den Sozialstaat in Millionenhöhe; Der SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann fordert ein generelles Bleiberecht für Kinder, die Deutsch sprechen; Jugendliche in Halberstadt bewerfen Helfer des Roten Kreuzes mit Steinen; Google löscht Karte mit Flüchtlingsheimen;
Der Nachrichtenblock soll vor allem dazu dienen, auch später noch, wenn man sich dann im Archiv von Channel Welcome nochmals die Beiträge oder Sendung ansehen will, auch die dazugehörige, damals aktuelle, politische Lage wieder vor Augen zu haben.

 

 

Kurznachrichten aus Deutschland-Juli 2015

Der SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann fordert ein generelles Bleiberecht für Kinder, die Deutsch sprechen.
Flüchtlingskinder, die perfekt Deutsch können, sollen nicht mehr abgeschoben werden: Thomas Oppermann fordert eine Reform des Zuwanderungsrechts. Arbeitgeberverband und Bundesagentur für Arbeit sehen das genauso.
Jugendliche bewerfen Helfer des Roten Kreuzes mit Steinen
 
Jugendliche haben in Halberstadt eine Notunterkunft für Flüchtlinge angegriffen:
 Sie bewarfen DRK-Helfer mit Steinen, dabei wurde eine 20-jährige Helferin an der Wange getroffen und leicht verletzt, teilte die Polizei mit. Zudem sei mehrfach "Ausländer raus" skandiert worden.
 
Die CSU verteidigt ihren harten Kurs in der Flüchtlingspolitik.
Der CSU Generalsekretär Andreas Scheuer nannte den Zuzug von Flüchtlingen übergroß und kaum auszuhalten. "An den Grenzen stehen 60 Millionen Flüchtlinge. Wie sollen wir dieser Massen Herr werden? Wir können nicht die ganze Welt retten".
Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag Katrin Göring-Eckhardt bezeichnet die Rhetorik von CSU-Politikern als „Menschenverachtend“
"Den realen Brandstiftungen gehen meistens rhetorische Brandstiftungen vorweg", entgegnete Ralf Stegner, der stellvertretende SPD-Chef.
 
Google löscht Karte mit Flüchtlingsheimen
Mehrere Tage hatte Google zuvor den Fall geprüft, nachdem Aktivisten gegen die Karte Sturm gelaufen und Google aufgefordert hatten, das Werk zu löschen - weil es zu Anschlägen ermutigen könnte.
Die Karte wurde bereits vor Monaten von der Initiative ("Kein Asylantenheim in meiner Nachbarschaft") ins Netz gestellt.
 
Immer mehr dumpfer Hass vergiftet das Internet
Laut Europarat nehmen nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa die Verbreitung von Gewaltaufrufen und rechten Tiraden im Internet dramatisch zu,
Die Organisation jugendschutz.net, die 1997 von den Bundesländern gegründet wurde, warnt davor, dass vor allem in sozialen Medien immer unverhohlener Hass verbreitet wird.
Vor allem Antisemitismus, Rassismus und Islamfeindlichkeit würden auf diese Weise gestreut, heißt es im Jahresbericht des Ausschusses gegen Rassismus und Intoleranz (ECRI).
Andreas Zick, Konflikt- und Gewaltforschung an der Universität Bielefeld geht davon aus, dass selbst mit einer anderen Verteilung der Flüchtlinge und mit Aufklärung über deren Schicksale das Problem nicht zu lösen ist:
Menschen, die Brandanschläge auf Flüchtlingsheime verübten, wenden sich gegen Demokratie und das bestehende Rechtssystem, sagt Zick.
Gleichzeitig vernetzen sich immer mehr Gegenbewegungen und Facebook-Gruppen pro Flüchtlinge und für ein tolerantes Deutschland.
 
Zahl der Angriffe auf Asylbewerberheime massiv gestiegen
Im 1. Halbjahr 2015 hat es bereits mehr Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte gegeben als im gesamten Vorjahr
Im Jahr 2014 wurden insgesamt 203 Übergriffe gezählt
 
Ausländer entlasten den Sozialstaat in Millionenhöhe
Die in Deutschland lebenden Ausländer entlasten den Sozialstaat in Milliardenhöhe. Die 6,6 Millionen Menschen ohne deutschen Pass sorgten im Jahr 2012 für einen Überschuss von insgesamt 22 Milliarden Euro, wie eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung ergab. Jeder Ausländer zahlt demnach pro Jahr durchschnittlich 3300 Euro mehr Steuern und Sozialabgaben als er an staatlichen Leistungen erhält.

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