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Language: de

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2015 zeigte sich Deutschland von seiner Schokoladenseite.

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Unvergessen sind die Bilder jubelnder Menschen, die in Massen die ankommenden Flüchtlinge begrüßten.

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Unvergessen wie sich die Bürger versuchten, gegenseitige Hilfsbereitschaft zu übertrumpfen.

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Hilfsgüter wie Kleidung, Spielzeuge und Waren des täglichen Bedarfs wurden bergeweise

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von engagierten Freiwilligen zusammengetragen und and die Vertriebenen verteilt.

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Was ist davon 2017 geblieben?

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Die Euphorie über die eigenen Hilfsbereitschaft ist der Angst vor Terror

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und der Verlust der eigenen kulturellen Identität gewichen.

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Dieselbe Politiker, die noch vor zwei Jahren Flüchtlingscamps besuchten

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und dort "Selfies" mit sich machen ließen, arbeiten heute an möglichst effektiven Plänen,

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wie die Flüchtlingen schnellstmöglich wieder abgeschoben werden können.

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Zum teil mit recht dubiose Methoden.

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So werden manche Herkunftsländer für "sicher" erklärt, um Menschen dorthin "legal" abschieben zu können.

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Gleichzeitig werden aber die eigene Bürger davon gewarnt dorthin zu Reisen,

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weil dort Krieg, Terror und Unrecht vorherrschen.

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Wir sollten nicht vergessen: Die Ursachen der Vertreibung sind noch lange nicht beseitigt

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und daran haben die westlichen Demokratien auch einen erheblichen Anteil.

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Deshalb dürfen wir uns auch nicht aus der Verantwortung stehlen

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und die Menschen in der Krisenregionen nicht ihrem Schicksal überlassen.

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Wir müssen verstehen, dass es eben nicht unsere Lebensart ist, welche die Menschen zu uns treiben,

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sondern die nackte Angst vor Folter und Verfolgung.

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Es mag sein, dass es in Afghanistan keine Bombe mehr fallen, aber es werden immer noch junge Männer

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unter Zwang zum Kriegsdienst verpflichtet.

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Kinder werden aus ihrer Familien entführt, damit selbstherrliche "Warlords"

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Geld zur Finanzierung ihrer Interessen erpressen.

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Auch ohne medienwirksame Militäraktionen kehrt das Sterben weiter.

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Lieber heute als morgen würden diese Menschen in ihre Heimat zurückkehren,

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um dort ein geregeltes Leben zu führen, wenn es die dortige Situation erlauben würde.

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Stattdessen zielen diese Menschen die gefährliche flucht nach Europa vor,

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um sich dort in Elendslagern der Gnade der Europäer auszuliefern.

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Dort sind sie über Monate der Willkür unwilliger Bürokraten und dem nackten Hass

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aufgeheizter Rassisten aufgesetzt.

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Zeigen wir diesen Menschen das freundliche Gesicht Europas.

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Bei meinem Einsetzen mit der Hilfsorganisation "Three Peas" im Nordgriechenland wurde ich ständig

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mit der Verzweiflung, Angst und Hoffnungslosigkeit der geflüchteten Menschen konfrontiert.

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Aber ich durfte auch erleben, wie sich Menschen aus allen Teilen der Welt

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spontan in Hilfsprojekten organisierten, um  die Lebensbedingungen der Vertriebenen

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durch selbstlosen Einsatz zu verbessern.

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Besonderen Eindruck machte mir die Erfahrung, dass gerade unter der Krise-geschuldeten

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griechischen Bevölkerung die Hilfsbereitschaft außerordentlich hoch war.

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Obwohl viele der griechischen Helfer selbst mit existentiellen Problemen zu kämpfen haben,

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zeigen sie doch in besonderes hohes Maß an Engagement und Solidarität.

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Dieses Verhalten der Griechen ist umso bemerkenswerter, da es in einem krassen Gegensatz

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zum Verhalten anderer EU-Mitgliedstaaten steht.

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Zum Beispiel: Aktuell verschärft Ungarn seine harte unrezeptive Flüchtlingspolitik

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durch den Bau elektrisch-geladener Grenzzonen und Internierungslagern für Flüchtlinge,

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obwohl es durch die Flüchtlingskrise bei weitem nicht so stark wie Griechenland betroffen ist.

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Wenn europäische Regierungen nicht bereit sind, ihre Versprechungen und auch Verpflichtungen gegenüber

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den Notleidenden Menschen und nicht einmal ihrer europäischen Partnern zu erfüllen,

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um ihren Anteil zur Lösung dieser gesamt europäischen Krise beizutragen,

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so können doch einfache Menschen wie du und ich die Initiative ergreifen um dort einzuspringen,

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wo die Politik versagt.

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Es gibt viele Möglichkeiten, sich zu beteiligen.

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Informieren Sie sich über die tatsächliche Situation der in Europa gestrandeten Flüchtlinge.

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Verbreiten Sie die Idee, sich solidarisch zu zeigen, und widersprechen sie offen jede populistischen Hetze.

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Werden Sie aktiv.

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Es gibt zahlreiche freiwillige Organisationen, wie die "Three Peas", welche durch finanzielle Unterstützung

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oder persönlichen Einsatz effektive Hilfe für die Menschen Vorort leisten können.

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Aber auch in Ihrer Umgebung finden Sie viele Möglichkeiten, geflüchteten Menschen zu helfen.

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Besuchen Sie sie. Zeigen Sie ihnen ihre Menschlichkeit.

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Hören sie ihre geschichte und Sie werden deren Menschlichkeit und Dankbarkeit erkennen.

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Verfallen sie nicht in Gleichgültigkeit. Bleiben sie Mensch.

